Trotz Eigenkündigung zu Everybody`s Darling

Trotz Eigenkündigung zu Everybody`s Darling:
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YEAH – du hast die Zusage für deinen Traumjob bei der Traumfabrik erhalten! Du freust dich so sehr, dass du die Champagner-Korken knallen lässt?!

Wenn dieser Moment gekommen ist, kannst du dir mal kräftig auf die Schulter klopfen. Nach ein bisschen Feierei, wirst du aber auch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Welche miese Aufgabe wartet jetzt auf dich?

Genau, du wirst deinem Chef (vermutlich unter Herzklopfen) sagen müssen, dass du gehen wirst:

 „Bye bye my love – mach et jot“

Du hast zwei Möglichkeiten deinen Job zu kündigen:

Variante 1

Variante 1

(lustig – aber nicht empfehlenswert):

Du kündigst mit Pauken und Trompeten. So wie der junge Mann:

Video 😊

Wenn ich das Video sehe, muss ich direkt an eine meiner Teilnehmerinnen denken, die sich nichts mehr wünscht, als ihrem Chef endlich ihr Kündigungsschreiben in die Hand zu drücken. Ich glaube sie wird sich auch eine Blaskapelle für ihren großen Tag bestellen.

Variante 2

Variante 2

(besser)

Du kündigst auf die feine englische Art: Eine Hand wäscht die andere oder noch anders ausgedrückt: Man sieht sich immer 2 x im Leben!

Denk daran: Du willst ja noch ein tolles Arbeitszeugnis.

 

Zettle daher keinen Rosenkrieg an.

Deine nächsten Schritte:

 

Wobei du lieber deinen Mund halten solltest:

Neulich hat mich ein ehemaliger Studierender gefragt, welche Infos er bei der Eigenkündigung denn genau preisgeben und welche er für sich behalten sollte.


Was ich ihm geraten habe?

Gib deinen neuen Arbeitgeber noch nicht preis. Bitte um Verständnis, dass du zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offenlegen möchtest, wohin du wechseln wirst. Kurz vor dem Ende deiner Zeit beim alten Arbeitgeber kannst du dein Geheimnis dann lüften. Früher oder später wird es ja doch bekannt werden (Karrierenetzwerke sei Dank).


Wann solltest du das Gespräch mit deinem Chef führen?

Den optimalen Zeitpunkt gibt es nicht. Und letztlich kommt es auch immer auf die Beziehung zu deinem Chef an. Wichtig ist, dass du unbedingt zuerst deinen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben solltest, bevor du deinen alten Job kündigst.

Und: Bitte warte (wenn möglich) nicht bis zum letzten Kündigungstag ab. Bleib deinem Arbeitgeber gegenüber fair, dann wird er es auch sein.

Es kommt auch auf das „Wie“ deiner Kündigung an. 4 To-Do`s für dich:

  • Termin mit Chef vereinbaren: Dein Chef sollte Zeit haben. Bestenfalls sollten Kollegen schon im Feierabend sein. Du willst ja nicht unnötig die Gerüchteküche ankurbeln.
  • Erst mündlich, dann schriftlich: Suche zuerst das Gespräch mit deinem Chef und überreiche ihm die schriftliche Kündigung erst ein paar Tage später.
  • Persönliche Übergabe: Im Anschluss gilt es, die Kündigung persönlich zu überreichen. Nicht per Post. Lasse dir den Erhalt bestätigen.
  • Der Chef zuerst: Sprich bloß nicht mit Kollegen über deine geplante Kündigung bevor du mit deinem Chef gesprochen hast. Vereinbare dann mit deinem Vorgesetzten, wie du die Neuigkeiten den Kollegen mitteilst. Am besten informierst DU – nicht dein Chef – alle gleichzeitig im nächsten Teammeeting.

Dein Gespräch

Ein Kündigungsgespräch mit fadem Beigeschmack – wie ich finde:

Eine meiner Seminar-Teilnehmerinnen meinte neulich zu mir, dass sie endlich gekündigt hat. Das hat mich mega gefreut. Dann habe ich nach der Reaktion ihres Chefs gefragt.

Seine Aussage war:
„Das wurde aber auch langsam Zeit. Sie sind ja schon viel zu lange hier. Ich freue mich sehr für Sie.“

Eigentlich nicht das was man hören möchte, oder?

Was wahrscheinlich eher passieren wird: Dein Chef fällt aus allen Wolken und nimmt dir deine Kündigung (erstmal) übel.

Dein Chef ist von deiner Kündigung „not amused“? Er habe viel Zeit und Geld in dich investiert und nun soll alles umsonst gewesen sein?

Manche Mitarbeiter lassen sich bis zum Ende der Kündigungsfrist krankschreiben, andere wiederum unterschreiben einen Aufhebungsvertrag. Das empfehle ich dir auf keinen Fall, wenn es nicht nötig ist.

So wirst du – trotz Eigenkündigung – zu Everybody`s Darling:
6 hilfreiche Tipps, wie du weiter vorgehen solltest.

Tipp 1: Lasse deinem Chef ein paar Tage Zeit das Thema sacken zu lassen. Dass er von deiner Kündigung schockiert ist, bedeutet ja nur, dass du wertvoll für ihn bist.

Tipp 2: Betone gegenüber Kollegen und dem Chef, wie wichtig dir eine reibungslose Einarbeitung ist. Du möchtest sie nicht hängen lassen und wirst alles Mögliche dafür tun, dass dein Nachfolger die Aufgaben gewuppt bekommt.

Tipp 3: Biete deinem alten Chef an, erst etwas später bei deinem neuen Arbeitgeber anzufangen. Gerade bei sehr kurzen Kündigungsfristen ist dies ein fairer Ansatz. Das macht übrigens auch einen guten Eindruck bei deinem neuen Arbeitgeber. Er sieht wie loyal du dich verhältst.

Tipp 4: Du bietest aktiv an, auch nach deinem Ausstieg noch für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Tipp 5: Du legst die letzten Wochen ein extra großes Engagement an den Tag und unterstützt deine Kollegen wo es nur geht. Natürlich nimmst du auch noch an Meetings & Betriebsfeiern teil.

Tipp 6: Du lässt (wenn gewünscht) deine Kontakte spielen und machst einen guten Vorschlag für eine starke Nachbesetzung.

Es wartet eine „ungewöhnliche Zeit“ auf dich. Beiße deine Zähne zusammen und halte durch!

Denk dran: durch jede schwierige Situation im Leben wirst du persönlich wachsen!

Berichte mir doch mal, wie dein Chef auf deine Kündigung reagiert hat.

Deine Julia von Personal Instinkt

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