Warum ich meinen Traumjob bei meinem

Traumarbeitgeber gekündigt habe!

Warum ich meinen Traumjob bei meinem Traumarbeitgeber gekündigt habe?

Finde in 3 Schritten heraus, ob auch du für einen Tapetenwechsel bereit bist.

Einen sicheren Job bei einem attraktiven Arbeitgeber kündigen? Never ever. Oder doch?

Deine Familie wird dir, wenn sie dich liebt, abraten zu kündigen. Doch die Entscheidung musst ganz allein DU treffen.

Ich hatte den Mut und habe es getan: Ich habe meinen Traumjob gekündigt.

Endstation Traumjob?

Mit Mitte 20 war ich an einem entscheidenden Punkt in meiner bis dato schon steilen Karriere angekommen. Ich hatte eine super Position bei einem tollen Arbeitgeber, beste Arbeitsbedingungen, klasse Kollegen und Chefs, von denen man was lernen konnte.

Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für eine glückliche Karriere bei meinem langjährigen Arbeitgeber. Leider doch. Denn, ich merkte, dass mir etwas fehlte.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht was….

Jahrelang habe ich Vollgas gegeben.

Mit 19 bin ich ins berufsbegleitende Studium eingestiegen und hatte – gelinde gesagt – immer genug zu tun. Vollzeitarbeit, Studium und Berufsschule und alles was dazu gehörte.

Nach 3 Jahren hatte ich meinen Bachelor und nochmal 2 Jahre später den Masterabschluss in der Tasche. So weit so gut.

Ich war es gewohnt viele Dinge unter einen Hut zu bekommen und als ich dann nach 5 Jahren mit vollem Pensum nur noch einen „normalen“ Job zu erledigen hatte, wurde ich step by step immer unzufriedener.

Hat die denn keine Freunde?

Sicher fragt ihr euch jetzt: Hat die denn keine Hobbys oder Freunde und kein Privatleben?

Doch habe ich! In unserer Zeit schließen sich ein „erfülltes Privatleben“ und „Erfolg im Job“ (zum Glück) nicht mehr aus.

Mir war schon immer klar, dass für mich kein 0815-Job infrage kommt und dass ich eine Stelle brauche, die mich richtig fordert und komplett auslastet!

Bis zur Rente im gleichen Job? Wie langweilig!

Die Frage, die ich mir jeden Tag stellte war: Das soll jetzt alles gewesen sein? Und das bis zur Rente?

Wenn ich in meinen Arbeitsvertrag schaute, stand dort, dass die Anstellung bis zum Eintritt des Rentenalters läuft. Eigentlich freut sich ja jeder über einen unbefristeten und sicheren Job. Mir machte diese Vorstellung einfach nur Angst.

Ich hatte Sorge auf meiner aktuellen Position zu versauern.

Und jetzt kommen wir langsam zum spannenden Teil der Geschichte… Denn für mich galt es nun rauszufinden, ob ich kündigen oder bleiben sollte. Aber woran macht man das am besten fest?

Kündigen – ja oder nein?

Tja, damals gab es für mich kein Patentrezept. Ich hielt es für das Vernünftigste erstmal auszuharren und abzuwarten…. irgendwann wird schon jemand an meine Tür klopfen und mir den richtigen Weg zeigen. 😉

Einige Monate vergingen und ich wurde immer unzufriedener.

Auch wenn ich meinen Job gut erledigte, meine Leistung stimmte und mir die Aufgaben Freude bereiteten, fehlte mir schlichtweg das nötige Bauchkribbeln… (eine kleine Dosis Bauchkribbeln ist in allen Lebensbereichen ganz wichtig!)

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach?!

Was hatte ich schon zu verlieren? Ich schaute mich also auf dem Arbeitsmarkt um und musste feststellen, dass ich absolut keinen Plan hatte, was ich denn jetzt machen soll. Die Frage „Was möchtest du denn mal werden?“ konnte ich in der Schule schon nie beantworten.

Also suchte ich Rat bei meiner Familie und engsten Freunden. Mein ganzes Umfeld verstand die Welt nicht mehr als ich ihnen sagte, dass ich meinen guten Job aufgeben möchte – für eine unsichere Zukunft in einem neuen Unternehmen. Frei nach dem Motto: „Lieber den Spatz in der Hand…“

Ich steckte in einer beruflichen Sackgasse!

Es kam mir vor als würde ich mich in einer ausweglosen beruflichen Sackgasse befinden. Jung (Mitte 20), sehr gut ausgebildet, willig, engagiert – aber leider absolut planlos.

Das was jetzt folgte war eine Odyssee an Stellensuchen. Ich habe alle Stellenbörsen und Karriereseiten nach interessanten Jobangeboten durchforstet. Doch leider: Fehlanzeige!  Es war erstmal nichts für mich dabei.

Jeder von uns hat ein Engelchen und ein Teufelchen auf seiner Schulter sitzen.

Und dann gab es da noch das Engelchen und das Teufelchen. Die beiden saßen auf meinen Schultern und gaben mir jede Menge kluge Ratschläge.

Das Teufelchen sagte: „Ja, tu es und schmeiß alles hin. Woanders wird es noch besser. Das Neue ist aufregend.“

Das Engelchen sagte: „Sieh mal was du alles hast, einen gut bezahlten Job, tolle Kollegen, spannende Aufgaben und jede Menge Freiheiten. Das alles wirst du verlieren, wenn du jetzt gehst.“

Also stand ich wieder ganz am Anfang. ☹

Wie also bin ich zur Entscheidung gekommen, meinen Job zu kündigen?

Eines Abends bin ich dem Rat von Teufelchen gefolgt und habe angefangen Bewerbungen zu schreiben. Ich dachte, schaden kann es ja nicht.

Unternehmen in denen ich niemals arbeiten wollte, haben Bewerbungen von mir erhalten. Ich habe mich auf Positionen beworben, die ich niemals besetzen wollte. Nur so hatte ich wenigstens das Gefühl etwas zu tun und Stück für Stück meinem Hamsterrad entfliehen zu können.

Der Wendepunkt

Dann kam ein entscheidender Wendepunkt.

Nach 2 Vorstellungsgesprächen in einem renommierten Forschungsinstitut, erhielt ich die Zusage für einen wirklich interessanten Job. Und das Ganze noch in der Nähe meiner Heimat. Das bedeutete also, dass ich wieder in meine schöne Heimatregion, das Ahrtal, zurückziehen konnte.

Jetzt musste eine Entscheidung her!

Da ich unter (Zeit-)Druck schon immer die besten Entscheidungen treffen konnte, kam das Jobangebot sehr gelegen. Ich überlegte nicht lange und unterschrieb den Arbeitsvertrag – Augen zu und durch.

Ich war erleichtert und die Anspannung, die sich monatelang aufgebaut hatte, fiel von meinen Schultern. Ob die Zukunft besser oder schlechter würde, wusste ich noch nicht. Und das war mir egal. Dazu in einem späteren Artikel mehr….

Eins wusste ich aber: Ich komme aus meinem aktuellen Hamsterrad heraus und werde meinen Traumjob bei meinem Traumarbeitgeber kündigen.

Ein schlechter Job lässt sich einfacher kündigen als ein guter!

In meiner Rolle als selbstständige Trainerin habe ich viele, viele Teilnehmer kennengelernt, die genau vor dieser Entscheidung stehen: Kündigen „JA“ oder „NEIN“!?

Die Entscheidung zu treffen, einen sehr guten Job zu kündigen, ist schwer. Wenn der neue Job nichts taugt, kann man ja nicht einfach die Zeit zurückdrehen. Und sich die Blöße geben nach ein paar Monaten vor dem alten Chef zu Kreuze zu kriechen? Ein absolutes No-Go!

Da haben es diejenigen schon besser, die einen schlechten Job haben. Ihr Risiko ist geringer und für sie steht nicht so viel auf dem Spiel. In jeder Situation lässt sich also was Gutes erkennen.

Werde aktiv! Eine Pro- und Contra-Liste bringt Licht ins Dunkel!

Ich sage nicht, dass eine Kündigung immer der beste Weg ist. Pauschalisieren kann man sowieso nichts. Du musst nur aktiv werden.

Mach es nicht so wie ich und quäl dich ewig mit der Entscheidungsfindung herum, sondern versuche dich systematisch der richtigen Wahl zu nähern. Ich helfe dir dabei!

Setz dich hin (JETZT) und nimm dir 30 Minuten Zeit.

Schritt 1:

Überlege, welche 10 Punkte machen für dich einen attraktiven Arbeitgeber aus?
 
Hier ein paar Beispiele: gute Erreichbarkeit, flexible Arbeitszeiten, attraktive Bezahlung, vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten Wenn du 10 Punkte gefunden hast, priorisiere sie. Schreibe eine 1 neben den Punkt mit der für dich höchsten Priorität. Eine 10, wenn der Punkt weniger wichtig für dich ist.

Schritt 2:

Erstelle eine Pro- und Contra-Liste. Schreib auf:
 
10 Punkte: Was gefällt dir bei deinem jetzigen Arbeitgeber gut?
10 Punkte: Was gefällt dir nicht so gut?
Schreib alles auf, egal, ob es große oder kleine Punkte sind.

Schritt 3:

Schaue dir deine Erwartungen an deinen Arbeitgeber an und vergleiche sie mit deiner Pro- und Contraliste.
Und was kommt heraus?
 
 
Wenn du weniger als 50 % deiner Prioritätenpunkte auf deiner Pro-Liste wiederfindest, solltest du ernsthaft über einen Jobwechsel nachdenken. Jetzt hast du vielleicht eine erste Idee, ob du für einen Tapetenwechsel bereit bist. Wie es jetzt weitergeht – egal, ob du kündigen möchtest oder nicht – erfährst du beim nächsten Mal.

Deine Julia von Personal Instinkt

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