Auf einen Kaffee mit Marina Creuzberg

 

 

 

Liebe Marina, du bist bei Chefkoch, Europas reichweitenstärkste Plattform im Bereich Kochen und Rezepte, unter anderem für das Recruiting neuer Mitarbeiter zuständig und führst regelmäßig Jobinterviews mit Bewerbern durch. Auf was achtest du bei den Kandidaten besonders und in welche Fettnäpfchen treten Bewerber gerne mal hinein?

Liebe Julia, das ist richtig. In meiner Tätigkeit als HR-Referent Talent Attraction bin ich bei Chefkoch hauptverantwortlich für das Recruiting neuer Mitarbeiter. Uns ist es wichtig langfristig mit Menschen zusammen zu arbeiten und deshalb achten wir darauf, dass sie sowohl persönlich als auch fachlich gut zu Chefkoch passen. Neben der fachlichen Qualifikation legen wir in den Vorstellungsgesprächen ein besonderes Augenmerk auf unsere Chefkoch Werte, nach denen wir unsere Zusammenarbeit gestalten. Wir prüfen in den Gesprächen in wie weit der Bewerber die Werte versteht und sich mit diesen identifizieren kann.

In ein Fettnäpfchen kann der Bewerber bei mir dann treten, wenn ich merke, dass er sich nicht oder nur wenig auf das Gespräch vorbereitet hat und kaum Informationen zum Unternehmen selbst nennen kann. Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch ist für mich das A und O. Auf den Jobseiten der Unternehmen finden Bewerber sehr viele Informationen rund um das Unternehmen. Diese sollten sie sich auf jeden Fall vorher durchlesen.

 

 

 

 

Bei Chefkoch duzt ihr Mitarbeiter euch alle. Eure Stellenanzeigen tragen die Überschrift „Hallo Du“. Heißt das, dass die „Sie-Form“ in der Bewerbung unangemessen ist?

Ja, schon in unseren Stellenanzeigen merken die Bewerber: uns kann man duzen. Das ist bei uns so üblich. Der Bewerber sollte sich nicht wundern, wenn er schon beim ersten Gespräch mit einem freundlichen „Hallo, wie geht’s dir?“ begrüßt wird. Selbstverständlich duzen wir nicht nur unsere Bewerber, die Bewerber duzen uns auch. Wenn ein Bewerber in einer Bewerbung direkt duzt, zeigt mir das, dass er sich mit unserem Unternehmen beschäftigt hat und vielleicht schon einen Blick auf unsere Jobseite geworfen hat. In unseren FAQs ist das nämlich alles nachzulesen 😉

 

 

Wie läuft die Personalauswahl bei euch ab? Müssen die Bewerber ihr Können in einem Kochduell unter Beweis stellen? 😉

Gute Frage! Wir werden oft gefragt, was wir bei Chefkoch den ganzen Tag so machen, ob wir ständig kochen und alle Rezepte nachgekocht werden. Das wäre schön 😉 Richtig ist aber, dass das gemeinsame Kochen und Essen bei Chefkoch einen großen Stellenwert hat. Mittags treffen wir uns oft in der Eventküche, bereiten gemeinsam unser Essen zu und genießen dieses bei schönem Wetter auf unserer Dachterrasse mit Blick auf den Rhein. Als Bewerber sollten man dem Thema Kochen und Essen also im besten Fall nicht ganz abgeneigt sein.

Aber das Kochen ist nicht Teil unseres Bewerbungsprozesses. Dieser ist wohl ziemlich klassisch: nach dem Eingang der Bewerbung sichten wir die Unterlagen. Wenn das Profil des Bewerbers mit unseren Anforderungen an neue Chefköche übereinstimmt, dann kommt es zu einem ersten Telefoninterview (optional) oder direkt zu einem ersten persönlichen Kennenlernen. Geht es in die zweite Runde, erfolgt ein weiteres Gespräch mit dem Abteilungsleiter und HR sowie ein zusätzlicher fachlicher Austausch mit dem Team oder ein Probearbeitstag.

 

Wie sieht die Bewerbung der Zukunft aus? Glaubst du klassische Bewerbungsmappen gibt es in 10 Jahren noch? Was wird sich verändern?

Da wir ein digitales Unternehmen sind, finden wir es schon heute verwunderlich, wenn wir postalisch Bewerbungsmappen zugeschickt bekommen. 99% aller Bewerbungen gehen bei uns digital ein. Also denke ich, dass es eine klassische Bewerbung mittels Bewerbungsmappe in 10 Jahren sicherlich nicht mehr geben wird. Vielleicht gibt es auch gar keine Bewerbungen mehr, mit Anschreiben und Lebenslauf. Ich glaube in diesem Bereich wird sich in den nächsten Jahren sehr viel entwickeln.

Hier findest du das Interview zum Download!