Alleskönner gesucht! – Teil 2

Die besten Tipps, um Alleskönner einzustellen!

Freust du dich auch darüber, wenn du die erste Hürde eines Bewerbungsmarathons genommen hast und die zeitintensive Sichtung der Bewerber endlich abgeschlossen ist?

Dann hast du die ersten potenziellen Kandidaten an der Angel 😊. Wie versprochen, geht es heute mit dem Thema rund um das Vorstellungsgespräch weiter…

Wenn du die Vorarbeit gut gemacht hast, dann sollte jetzt ein kleiner, aber feiner Stapel mit passenden Bewerbern vor dir liegen. Auch für den nächsten Schritt, das Bewerbungsgespräch, ist wieder gute Vorbereitung gefragt.

Neben der Auswahl der richtigen Fragen ist auch die Gesprächsatmosphäre ein wichtiger Bestandteil.

Drum prüfe wer sich ewig bindet…

Bestimmte Modalitäten können wir checken, bevor wir einem Bewerber unsere Zeit schenken. Ein kurzes Telefonat mit dem Bewerber kann auch schon einen ersten Eindruck geben.

Ein, zwei Fragen zum Lebenslauf, um zu schauen, ob sich das Gesagte mit dem Geschriebenen deckt, hilft bei der Entscheidung, ob eine Einladung zum Vorstellungsgespräch tatsächlich folgen soll.

Wir googeln fast alles, wieso dann nicht die Kandidaten? Die letzten Bilder vom Ballermannurlaub können genauso zu finden sein, wie Presseartikel, die über die fachliche Expertise des Bewerbers berichten.

Alles ist möglich, also nutze die Chance erste Informationen über Google zu finden. Auch das kann eine erste Entscheidung bestätigen oder auch revidieren.

… ob sich nicht was Besseres findet?

Das gilt auch für den Bewerber! Ein guter Kandidat weiß was er kann und dass er sich seinen Arbeitgeber mitunter auch aussuchen kann. Die Zeiten sich aus einem riesigen Stapel den besten Alleskönner auszusuchen sind vorbei. Die Unternehmen müssen sich genauso beim Kandidaten bewerben wie umgekehrt. Deshalb ist die eingangs schon erwähnte gute Vorbereitung auf ein Gespräch unerlässlich.

Letztendlich einen geeigneten Kandidaten zu finden ist eine Herausforderung, denn sollte die Entscheidung falsch sein, kann dies weitreichende Folgen auf den Unternehmenserfolg haben.

Wenn du dich für die Kandidaten, die zum Gespräch kommen, entschieden hast, solltest du dir vorher nochmal das Anschreiben und den Lebenslauf anschauen, logisch, oder?

Hilfreich wäre sicher auch ein Gesprächsleitfaden. Nein, du musst nicht lange googeln, ich habe dir ein Handout vorbereitet, das dir hilft dein Gespräch zu strukturieren und auch eine Vielzahl von möglichen Fragen für dich bereithält 😊.

Neben den Inhalten sind auch organisatorische Fragen wichtig, um eine gute Atmosphäre zu schaffen. Nicht nur der Bewerber hinterlässt einen ersten Eindruck, sondern auch das Unternehmen und der sollte, wie bei einem ersten Date, einfach richtig gut sein.

Es gilt zu klären:

  • Gesprächsort, wo findet das Gespräch statt?
  • Gesprächsteilnehmer, wer führt das Gespräch?
  • Dauer des Gesprächs (im Regelfall 30-60 Minuten, bei Führungspositionen sind auch 2 Stunden nicht unüblich)

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5 Do`s, die jedes Gespräch bereichern:

  • Ruhe im Karton: die äußeren Umstände

Stehen Getränke bereit, sind alle Telefone aus? Sind alle Teilnehmer da? Wichtig: alle Gesprächsteilnehmer sollten vor dem Bewerber da sein.

  • Runder Tisch: die Sitzordnung

Kennst du das auch noch, dieses ungute Gefühl, wenn man im Bewerbungsgespräch am anderen Ende des Tisches sitzt und argwöhnisch betrachtet wird? Das verstärkt die Nervosität ungemein und ist dem Gespräch nicht wirklich zuträglich. Viel besser ist eine Sitzordnung über Eck oder ein Gespräch an einem runden Tisch, dann fühlt sich der Bewerber gleich viel wohler.

  • Sind Sie schwanger? Keine unzulässigen Fragen stellen

Natürlich wollen wir möglichst viel über den Bewerber erfahren, um noch besser abgleichen zu können, ob jemand zum Unternehmen passt oder nicht und ob er langfristig im Unternehmen bleibt. Dennoch: es gibt gesetzliche Regelungen, an die wir uns halten müssen. Erzählt ein Bewerber freiwillig von seiner privaten Situation, seinen persönlichen Umständen oder seiner Gesundheit ist das ok, aber ein guter Personaler stellt keine unzulässigen Fragen, um Bewerber damit möglicherweise in Bedrängnis zu bringen. HIER findest du eine Checkliste.

  • Mund halten: Redeanteil 30/70

Bitte nicht vertauschen! 70 % sind für den Bewerber gedacht! Natürlich stellen wir Fragen und geben Informationen zum Unternehmen, dennoch sollte sich der Personaler im Bewerbungsgespräch eher zurückhalten. Und je mehr Zeit der Bewerber hat, um zu erzählen, desto mehr erfährst du über ihn. Wenn du am Zug bist, lasse es nicht nach einem Verhör klingen und gib dem Bewerber die Chance auch bei längeren Sprechpausen nicht gleich zu unterbrechen.

  • Wer schreibt, der bleibt…

…, das gilt auch bei den Bewerbungsgesprächen. Nach dem 3. oder 4. Kandidaten weißt du nicht mehr genau was den ersten Kandidaten ausgemacht hat.

Deshalb kann ich aus eigener Erfahrung den Tipp geben: mach dir Notizen! So weißt du, dass du alle Informationen, die dir wichtig sind, auch notiert hast und die Bewerber lassen sich damit gut vergleichen. Ganz nebenbei zeigst du Wertschätzung gegenüber dem Bewerber und das ist im Rahmen des ersten Eindrucks ja auch wichtig. Am besten verwendest du einen selbst erstellten Bewertungsbogen.

Kluge Fragen – kluge Antworten?

Damit die Bewerber tatsächlich vergleichbar sind, ist es wichtig, allen die gleichen Fragen zu stellen. (Schlaue Fragen findest du wie bereits erwähnt hier im Blogartikel 😊)

Denke immer daran: die Fragen sollten sich unbedingt auf die Vergangenheit beziehen. Denn stelle ich Fragen, die die Zukunft betreffen, also „Was würden Sie tun, wenn…“ dann erzählen wir Menschen leider das, was sozial erwünscht ist, das bedeutet, es ist im Vorstellungsgespräch wenig hilfreich, denn wir wollen ja wissen wie der Mensch tickt, der vor uns sitzt und nicht wie er gerne ticken möchte.

Grundsätzlich ist es wichtig im Vorstellungsgespräch alle Fragen klar und deutlich zu formulieren. Der Bewerber soll schließlich verstehen, was du von ihm wissen willst.

Ich überlege oft, ob die Standard-Frage „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ wirklich notwendig ist, weil es doch selbstverständlich sein sollte, dass man sich im Vorfeld über einen möglichen neuen Arbeitgeber informiert. Kann ein Bewerber hier mit Wissen punkten, zeigt es allerdings seine Motivation und eine gute Vorbereitung. Kann jemand auf die Frage nicht antworten, zweifle ich tatsächlich an seinem Interesse an diesem Job.

Missverständnisse ausräumen

Auch ein Personaler kann mal den Faden verlieren, wenn ein Bewerber sehr ausschweifend wird und viel redet aber nichts sagt, was die Frage beantwortet. In solch einem Fall ist es legitim höflich zu unterbrechen und darum zu bitten, das Gesagte in 3 oder 4 Sätzen zu wiederholen. Zur weiteren Gesprächsorientierung hilft dir sicher auch mein Gesprächsleitfaden im Anhang.

Wenn du an weiteren Tipps und Infos interessiert bist, schau hier vorbei:

https://hr-blogger.de/hr-blog/

Hier findest du eine Übersicht von Blog-Artikeln zu Themen, wie Recruiting, Coaching, Talent Management. Vielleicht ist auch ein interessanter Blogartikel für dich dabei.

Am besten lädst du dir einfach mein Handout „Alleskönner Teil 2“ runter und du bist bestens gewappnet für das nächste Gespräch 😊.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

Deine Julia


Handout Alleskönner Teil 2

PS: Kennst du eigentlich meinen Blog zum Thema: Delegieren? HIER geht’s lang…

PPS: In meinem Onlinekurs zum Führungsexperten findest du eine umfassende Lektion zum Thema Mitarbeiterführung. Weitere Informationen findest du HIER.